Beckingen - von den Anfängen bis heute... 

 

Erstmalig urkundlich erwähnt wird Beckingen 1048 als wallfahrtspflichtige Gemeinde des Trierer Erzbistums Funde aus der älteren und der jüngeren Steinzeit sowie aus der Bronzezeit geben jedoch Zeugnis von einer Besiedlung Beckingens schon in vorgeschichtlicher Zeit.

  

Eine Reihe von Funden ist auch aus der Römerzeit erhalten. Über den Beckinger Bann führten zwei wichtige Verbindungsstraßen der Römer: die Straße von Trier nach Pachten und die Straße von Metz nach Mainz. Holzfunde belegen die Überquerung der Saar mit einer Pfahlbrücke. Gräberfunde und die Fundamente einer römischen Villa sprechen für eine kleine Römersiedlung im Bereich des Dorfes. Münzfunde belegen eine Nutzung der Villa bis ins 4. Jahrhundert. Nach der Völkerwanderung waren in der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts die Franken die Herren in unserer Gegend. In diese Zeit fällt wohl auch die Gründung des Siedlungsortes Beckingen. Die Begründung zu einer solchen Annahme liegt in dem Suffix „ingen". Noch gesicherter wird die Datierung wenn das „Präfix" des Namens einen althochdeutschen Personennamen hier „Becco" als Grundlage hat. Aber auch der gallische Name Becciacum oder die Vornamen Beccus und Beccinius können Grundlage für den heutigen Namen sein. Eine endgültige Lösung der Frage wird es wohl nicht geben.

 

1282 schenke die Brüder Gerhard und Jakob von Beckingen ihrer Güter zu Beckingen und Pachten dem Deutschordenshaus zu Trier. 1303 bestand bereits eine Komturei in Beckingen.

 

Im 30jährigen Krieg wurde Beckingen sehr in Mitleidenschaft gezogen. Selbst in einem Visitationsbericht von 1657 wird noch festgestellt dass in Beckingen keine Synodalen (Kirchensehner) aufzutreiben seien.

 

Beckingen stand ursprünglich als trierisches Lehen unter der Verwaltung des Herzogs von Lothringen. Spätestens aber seit Beginn des 15. Jahrhunderts bis zur französischen Revolution war Beckingen lothringisch. 1632 kam Lothringen und damit auch Beckingen zum ersten mal zu Frankreich.

 

In folge des zweiten Pariser Friedens vom 20.11.11815 kam Beckingen dann zu Preußen und gehörte zum Regierungsbezirk Trier. Das Dorf entwickelte sich in der Folgezeit recht schnell, so dass 1890 die Einwohnerzahl von 458 auf 1269 gewachsen war. 1858 wurde die Bahnstrecke zwischen Trier und Saarbrücken dem Verkehr übergeben Beckingen erhielt neben Mettlach und Merzig einen eigenen Bahnhof.

 

Ohne die Gründung der Karcher- Schraubenwerke 1869 wäre die Entwicklung Beckingens wohl ganz anders verlaufen. Bereits vor dem ersten Weltkrieg beschäftigte die Firma 900 Arbeiter. Nach dem Wiederaufbau des im zweiten Weltkrieg völlig zerstörten Werkes erhöhte sich die Zahl der Arbeitnehmer auf zeitweise bis zu 1500.

 

1937 begann in Beckingen die Zeit des Westwallbaus. Mehr als 120 Bunker, Höckerlinien und Panzersperren veränderten den Beckinger Bann und das Dorf selbst. Wie viele Dörfer des Saarlandes lag Beckingen im Westwall. Auch heute und wahrscheinlich für alle Zeit sind die betonierten Überreste dieser Zeit im und um dass Dorf zu sehen.