Öffnung des Bunkers WH-766 – Regelbau 2a – am Beckinger Pfaffenkopf

                                                                         


altBild: Nach dem Entfernen der Plomben

    

    Alles braucht seine Zeit, mal mehr, mal weniger - nach zweijähriger Vorbereitungszeit für die Öffnung und die nun heranstehende Restaurierung des Bunkers konnten wir am 23. Juli 2015 die Betonplomben in den Eingängen und der Eingangsverteidigung des Bauwerkes entfernen.

     Von der ersten Begehung und Besichtigung der Innenräume waren wir sehr angetan von dem guten Erhaltungszustand des Bunkers: außer Sand und Erde, die durch die offene Scharte und den Notausstieg in das Bauwerk eingetragen worden sind, ein klein wenig Müll, ein paar geistlosen und dümmlichen Kritzeleien an den Wänden zeigt sich der Bunker in „guter Verfassung“: alle Räume sind trocken, die Stahlteile, insbesondere die Stahlträger-Decken, zeigen den üblichen Flugrost-Ansatz, die Teile sind aber in ihrem Bestand sehr gut erhalten, selbst die Originalfarbe des Deckenanstriches lässt sich noch erkennen. Die Scharten-Platten sind noch vorhanden, ansonsten fehlt aber jegliche Ausstattung (Bettenhalter, Belüftungsrohre u.ä.).

     Wir werden nun zügig daran gehen, das Bauwerk zu säubern, die Stahlteile zu entrosten und zu konservieren. Ein wichtiger Arbeitsschritt wird aber zunächst die Stromversorgung sein: im Dunkeln – so sagt man – lässt sich gut munkeln, aber schlecht arbeiten.

     Ein immer noch ungelöstes Problem ist die Beschaffung der Außentüren vom Typ 14 P 7: sicherlich können wir sie nachbauen, aber Originale wären schon besser, weil authentisch. Wenn einer der geneigten Leserinnen und Leser Informationen hat, wo wir noch Türen erwerben könnten – unbedingt anrufen oder mailen; vielen Dank!

 

     Wir hoffen, dass wir in einem Jahr das neue Dokumentationszentrum über des Westwall, immer mit Blick auf den Schwerpunkt „Westwall in Beckingen“ der Öffentlichkeit vorstellen zu können.

In wechselnden Ausstellungen sollen Themen wie die Planung der Westbefestigung, Bau und Bau-Organisation, Personal- und Materialbedarf, Beschaffung und Transport usw. den Besuchern vorgestellt werden.

Freuen Sie sich mit uns auf ein neues Projekt – auch dies wird Geschichte zum Sehen und Anfassen!







Der Regelbau 2

alt

Bild: Grundriss, Materialverbrauch, Bewaffnung und Personalausstattung des Regelbau 2 aus einer Bestandsaufnahme vom 24.08.1940

 

 

Der Regelbau 2 – ursprünglich der Regelbau B 1 – 2 aus dem sogenannten Pionier-Programm der Jahre 1936 bis 1938 – wurde in den Bestand der Regelbauten der Limes-Programms ab Oktober 1938 übernommen. Die Neuordnung der Regelbauten und der Baustärken erfolgte mit Erlass der Inspektion Festungswesen (InFest) vom 26. August 1938.

Grundriss und Ausstattung des Bunkers blieben unverändert und entsprechen dem Regelbau B 1 -2.

Verändert wurde lediglich die Ausbaustärke von der Baustärke B (alt) = Bunkerdecke und Außenwände 1,50 Meter stark auf die neue Baustärke B = 2 Meter Dicke der Bunkerdecke, die Außenwände blieben bei einer Stärke von 1,50 Meter.

Die Rückfront des Bauwerkes (auch Kehlfront genannt) weist eine Stärke von 1,00 Meter auf, unverändert blieb auch der Winkel der Flankierungsanlage der Kehlfront, der lediglich einen Schwenkbereich für die Maschinenwaffe von 30° Grad, statt der üblichen Forderung von 65°, zulässt.

Der Regelbau 2 trägt die Regelbau-Kennziffer 172 B 9 und erhielt nach seiner Fertigstellung in Beckingen die WH-Nummer 766.