Eröffnung des restaurierten Westwallbunkers 767 auf dem Pfaffenkopf in Beckingen interessierte zahlreiche Besucher

 

Wenn jemand vor dieser Veranstaltung den Initiatoren des Kultur- und Heimatvereins Beckingen prophezeit hätte, dass es nach diesen zwei Tagen mehr als 2000 Besucher sein würden, die sich den restaurierten Regelbau 114a angeschaut haben – sie hätten es wohl in den Bereich der Fabel verwiesen.

 

Obwohl der Wettergott wirklich alles andere als gnädig war, ließen es sich die Besucher und Gäste nicht nehmen, in dem weiten Eingangshof des Bauwerkes auszuharren. Selbst „Schlange stehen für eine Besichtigung“ verdarb die Laune keineswegs – im Gegenteil: schon vor dem Betreten der Anlage wurde heftig diskutiert und gefachsimpelt.

 

In seiner Begrüßungsrede ging der Vorsitzende des Vereins, Axel Jungmann, auf die Intension des Vorhabens ein, dass eine kleine Gruppe von heimatgeschichtlich Interessierten über 5 Jahre beschäftigt hat. „Erklärtes Ziel war es, die materiellen Überbleibsel eines größenwahnsinnigen und menschenverachtenden Systems sowohl in bau- als auch in technikgeschichtlicher Hinsicht wie auch unter den besonderen zeitgeschichtlichen Aspekten begreifbar und erlebbar zu machen.“

 

Nachdem die Gemeinde das Grundstück erworben hatte, waren auch rasch Kontakte zum Amt für Denkmalpflege geknüpft, so dass in 2006 mit den Arbeiten begonnen werden konnte und mehrere tausend ehrenamtliche Arbeitsstunden erforderten, um das Bauwerk in Gänze einem anspruchsvollen Publikum zu präsentieren.

 

„Es ist kein Wunder, dass dieser Bunker in die Liste der Einzeldenkmale im Saarland aufgenommen wurde", betonte der Erste Kreisbeigeordnete Konrad Pitzius in seiner Ansprache, „verstehen die Initiatoren das Bauwerk auch als Mahnmal und kritische Auseinandersetzung mit der unsäglichen NS-Zeit.“

Ortsvorsteher Gerhard Braun wies auf die Gratwanderung zwischen Glorifizierung und Ablehnung bei solchen bauten aus der NS-Zeit hin: „Aber es ist, was es ist, ein Denkmal eines furchtbaren Abschnittes unserer Geschichte.

Auch Bürgermeister Erhard Seger zeigte sich erfreut über die gelungene Restaurierung und dankte Axel Jungmann und seinen Mitstreitern für die geleistete Arbeit. Zur Bereicherung der Innenausstattung überreichte er ein nostalgisches Radio, einen Vorläufer des legendären Volksempfängers.

 

Für ihren Freund Willi Ehrl hatten sich seine „Arbeitskameraden“ eine besondere Würdigung ausgedacht: für seine besonderen Verdienste und sein bewundernswertes Engagement bei diesem Projekt präsentierten Edi Ehlenz und Ralf Bettenfeld das Namensschild des Bunkers 767 - gleichwohl in seiner eigenen Schreibweise: „Ehrlkönig“!

 

An dieser Stelle dürfen wir uns noch einmal bei allen Sponsoren bedanken, die uns in vielerlei Hinsicht bei diesem aufwändigen und anspruchsvollen Projekt unterstützt haben. Durch Geld- und Sachspenden, durch Hilfeleistungen und manchen klugen Rat haben sie uns bei der Umsetzung unseres Vorhabens in beispielhafter Weise unterstützt. Wir werden es in guter Erinnerung behalten und hoffen auf weiterhin auf ihre Mithilfe.                         [ewe]